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Sprache und Bild

Sprache und Bedeutung

Die Sprache kann alles ausdrücken, was wir deutlich denken; dass sie aber alle Nüancen der Empfindung sollte ausdrücken können, das ist ebenso unmöglich, als es unnötig sein würde.

[Lessing, Sämtliche Schriften, 1759]

Wenn wir Sprache als Kommunikationsmittel für den Umgang mit Wissen einsetzen, kommen sprachliche Eigenschaften zum Tragen, die mit der Bildung von Bedeutung zu tun haben. Sprache ermöglicht es, dass wir uns Gedanken über die Welt machen können, über Personen, Objekte, Handlungen oder Ereignisse und dass wir diese Gedanken mit anderen teilen können.

In Bezug auf das Wissen selbst entwickeln wir Konzepte (Vorstellungen, Modelle), die wir in Form von Begriffen handhaben, die wiederum durch Wörter (Wortgruppen, Sätze) ausgedrückt werden. (Abb. 9, Abb. 10)

Beispiel: Wir verwenden das Wort Zeit, wenn wir eine Vorstellung von ZEIT als abstrakten Begriff zum Ausdruck bringen. Wir haben gelernt, dass Zeit und ZEIT zusammen gehören; anders ausgedrückt: wir wissen, was mit dem Wort Zeit gemeint ist, auch wenn wir den Begriff ZEIT in unterschiedlichen Kontexten auf verschiedene Weise interpretieren. Doch können wir uns darüber verständigen, weil unser Sprachgebrauch durch Konvention geprägt ist und wir als Sprachgemeinschaft dieses Wissen teilen.

Auch konkrete Objekte werden mit Wörtern benannt. Doch machen wir einen Unterschied, ob wir einen ganz bestimmten Gegenstand meinen (meine Uhr geht vor) oder ob wir uns auf die Klasse aller Uhren beziehen (die Uhr gehört zu den hilfreichsten technischen Erfindungen).

Wenn wir Sprache als Kommunikationsmittel für den Umgang mit Wissen einsetzen, kommen sprachliche Eigenschaften zum Tragen, die mit der Bildung von Bedeutung zu tun haben. Sprache ermöglicht es, dass wir uns Gedanken über die Welt machen können, über Personen, Objekte, Handlungen oder Ereignisse und dass wir diese Gedanken mit anderen teilen können.

In Bezug auf das Wissen selbst entwickeln wir Konzepte (Vorstellungen, Modelle), die wir in Form von Begriffen handhaben, die wiederum durch Wörter (Wortgruppen, Sätze) ausgedrückt werden.

Beispiel: Wir verwenden das Wort Zeit, wenn wir eine Vorstellung von ZEIT als abstrakten Begriff zum Ausdruck bringen. Wir haben gelernt, dass Zeit und ZEIT zusammen gehören; anders ausgedrückt: wir wissen, was mit dem Wort Zeit gemeint ist, auch wenn wir den Begriff ZEIT in unterschiedlichen Kontexten auf verschiedene Weise interpretieren. Doch können wir uns darüber verständigen, weil unser Sprachgebrauch durch Konvention geprägt ist und wir als Sprachgemeinschaft dieses Wissen teilen.

Auch konkrete Objekte werden mit Wörtern benannt. Doch machen wir einen Unterschied, ob wir einen ganz bestimmten Gegenstand meinen (meine Uhr geht vor) oder ob wir uns auf die Klasse aller Uhren beziehen (die Uhr gehört zu den hilfreichsten technischen Erfindungen).

Wenn wir die Welt begrifflich ordnen, dann tun wir das, indem wir unterschiedliche Klassen festlegen, denen wir alles zuordnen, was uns als relevant erscheint. So unterscheiden sich die Fachgebiete durch verschiedene Ausschnitte auf die Realität und deren systematische Ordnung. Auch Kulturen können danach unterschieden werden, auf welche Art und Weise die jeweilige Umwelt gegliedert ist. Es versteht sich, dass diese Verschiedenheit auch der Ursprung für eine Reihe von Kommunikationsproblemen ist, für Missverständnisse und mangelnde Verständigung (Kommunikation). Häufig kommt es vor, dass wir bei gleichen Wörtern verschiedene Bedeutungen annehmen, d. h. dass wir mit verschiedenen Begriffen arbeiten.

Bild und Bedeutung

Ähnlich wie Sprache kann auch ein Bild Bedeutung im Sinne eines Bezugs zur „Welt“ vermitteln, was allerdings nicht auf alle Bilder zutrifft. So interessieren im Folgenden nicht solche Bilder, die vor allem als Stimmungsmacher eingesetzt werden, auch nicht solche, die wegen ihrer künstlerischen Gestaltung geschätzt sind oder die die Funktion von Dekoration haben. Nichtsdestoweniger gehört der Umgang mit Bildern – wie der mit Sprache – zu den Kulturtechniken, die gelernt werden müssen. Von Interesse sind zwei Arten visueller Bildung von Bedeutung.

(a) Ein Ausschnitt der Realität wird abgebildet. In diesem Fall bestimmt der Blickwinkel des Betrachters/Bildautors die Sicht auf das Bildobjekt (Abb. 12), frontal, seitlich, von oben/unten). Auch die Auswahl von Perspektive, Beleuchtung oder Hintergrund kann den Bildinhalt beeinflussen. Digitale Bearbeitung bzw. digitale Produktion mit Verfremdungen bei der Perspektive (z.B. 3 D-images) sorgen im Weiteren für Effekte (Abb. 13).



Schnitte (Querschnitt, Längsschnitt; auch „Explosionszeichnungen“ (Abb. 14) und Risse (Grundriss, Aufriss) geben den Blick frei in das ansonsten nicht-sichtbare Innere eines Objekts.

Einfluss auf die Wahrnehmung des Bildinhalts haben neben den Faktoren des Produktionstyps (Zeichnung, Foto, beides konventionell oder digital) auch die Gestaltungsmittel (Farbe, Flächenaufteilung, Größenverhältnisse; Abb. 15).

Generell ist bemerkenswert, dass sich die so genannten Realbilder durchaus nicht ohne weiteres hinsichtlich dessen, was sie abbilden, erschließen. Dies gilt insbesondere für die Darstellung von Handlungen oder zeitlichen Abfolgen, Begründungen oder Argumentationen.

(b) Eine berechnete, abstrakte Aussage (Beziehungen zwischen Variablen) wird mit visuellen (meist grafischen) Mitteln konstruiert. Ein „Kuchendiagramm“ ist ein Beispiel für die Darstellung von Anteilen in Bezug auf eine Gesamtheit (Abb. 16). Auch wenn Kurven-, Balken- oder Säulendiagramme häufig für die Vermittlung von Wissen verwendet werden, sind sie in der Regel nicht selbst-erklärend und müssen u. a. durch sprachliche Beschreibungen (Legenden) erschlossen werden. Eine Sonderrolle in dieser Richtung spielen die Tabellen.

Texte und Dokumente

Im Text treffen sich Sprache und Bild. Sie liefern die Einheiten, die in der Textform einen inhaltlichen Zusammenhang bilden. Natürlich kann ein Bild oder eine Bildserie für sich stehen, wie auch textuell organisierte Wörter und Sätze eine eigenständige kommunikative Einheit ausmachen.

Dokumente bzw. Dokumentationen gelten ebenfalls als Texte; sie sind lediglich im Hinblick auf ihren spezifischen Bezug zur Realität gekennzeichnet. Entsprechend sind im Folgenden mit dem Ausdruck „Texte“ ebenfalls Dokumente eingeschlossen.

Wissen erscheint im Text in der Organisation der thematischen Themenentfaltung, die wiederum in die kommunikative Funktion eingebunden ist (Kommunikation). Das jeweilige Thema sorgt für die Auswahl der begrifflich strukturierten Wissensbestände und deren neue Zusammensetzung zu einem kohärenten Inhalt. Dies geschieht auf mehreren miteinander verbundenen Textebenen.

Wir unterscheiden den sichtbaren „Oberflächentext“ und den nicht-sichtbaren, aber erschließbaren „Tiefentext“. Der Oberflächentext enthält die sichtbaren Wörter, Sätze, Abschnitte, Bilder und Layout, also alles das, was wir üblicherweise als Text bezeichnen, den wir lesen. Doch bildet er lediglich die Form für das, weswegen der Text überhaupt produziert worden ist: Inhalte und kommunikative Funktionen. In diesem Sinne ist dieser sichtbare Teil vergleichbar mit der Spitze eines Eisbergs (Abb. 18), d. h. die Hauptsache, das thematisierte Wissen, liegt im Verborgenen und wird in den Prozessen des Textverstehens durch die Leser und Leserinnen auf der Grundlage des Textes und des eigenen vorhandenen Wissens erschlossen (Abb. 17).

... dass das Verstehen von Texten nicht einfach ein Vorgang des Dekodierens ist, sondern eine beträchtliche interpretatorische Leistung der Empfängerin oder des Empfängers voraussetzt.

[J. Wuest, Was Texte zusammenhält (2011, 19)]

Lineare Texte („Printtexte“) und verlinkte Texte („digitale Hypertexte“) unterscheiden sich zwar in der Organisationsstruktur der Inhalte, nicht aber hinsichtlich des Verständnisses von sichtbarer Oberfläche und zu erschließender Tiefe.