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Management

Textarbeit

Das Management der Wissensarbeit orientiert sich an drei Grundpfeilern:

  • Bestimmung der textexternen und textinternen Parameter
  • Organisation der Prozesse/Tätigkeiten bei Analyse und Produktion von Wissensprodukten
  • Handhabung von „Zuständen“ von Text/Bild-Repräsentationen (Ausgangs, Zwischen- und Endergebnisse)


Wissensarbeit ist immer auch Textarbeit. Dennoch sind Wissenseigenschaften und Texteigenschaften unterscheidbare Größen In situationsbezogenen Texten finden wir Wissen (Analyse) oder wir bringen es als Text in ausgewählte Situationen der Kommunikation (Produktion) ein (Kommunikation). Während Wissen als Strukturen von Begriffsfeldern identifiziert werden können (z. B. Schemata, 2.1.2 Wie drücken wir Wissen aus?), geht es beim Text um die Einbindung von Wissen in eine situationsbezogene Kommunikation (Texte und Dokumente).

Auf welche Art und Weise wir mit dem bereits vorhandenen oder noch zu erstellenden Text umgehen, lässt sich in Form von Aufgaben beschreiben, die Bestandteile des Textmanagements sind. Dabei ist zu erinnern, dass ein Text als Organisationsform für Wissen ein komplexes Gebilde mit vier Ebenen darstellt (Abb. 18). Entsprechend lassen sich die Aufgaben den Faktoren dieser Ebenen zuordnen:

  • Inhalte mit Wissens- und Themenstruktur
  • Parameter für die Textsorte (kommunikative Funktion)
  • Sequenz (für Printtext) bzw. Hierarchie/Netz (für Hypertext)
  • Parameter für Lexik und Grammatik (Oberflächentext)


Die jeweilige Richtung der Textarbeit (Analyse, Produktion) bestimmt Art und Reihenfolge der einzelnen Schritte (Wissensprodukte).

Bildarbeit

Wissensarbeit ist meistens auch Bildarbeit. Dies betrifft sowohl die Auswahl von vorhandenem Bildmaterial als auch die Erstellung von Bildern für existierende oder zu erstellende Texte, selbst wenn der Textanteil gering ist. Im Rahmen der kommunikationsorientierten Wissensarbeit gilt auch für Bilder das Eisbergmodell (Abb. 18) mit den Ebenen der sichtbaren Oberfläche und der erschließbaren Inhalte in der Tiefe (Bild und Bedeutung). So ergeben sich gewisse Parallelen zu den vier Aufgabentypen der Textarbeit (Textarbeit). Bildarbeit bezieht sich auf folgenden Ebenen:

  • Bildinhalte
    (Wissens- und Themenbereiche)
  • Bildobjekte
    (Abbildung von Realitätsausschnitten oder grafische Visualisierung von Begriffen und Zusammenhängen (z. B. Tabellen, Netze, Schemata)
  • Bildzweck
    (kommunikative Funktion, Adressatenbezug)
  • Bildelemente / Gestaltungselemente / Bildkomposition (Organisation, Oberflächenbild)

Es kommen weitere Aspekte hinzu:

  • (a) Eigenschaften der Text-Bild-Relation
    • - additiv (Text und Bild bringen jeweils eigene, aber miteinander kompatible Informationen ein)
    • - wiederholend/verstärkend (gleiche Inhalte werden in Text und Bild realisiert, z. B. auch in Form eines Beispiels)
    • - komplementär (Text und Bild ergänzen sich zu einer neuen Einheit)
  • (b) Emotive Wirkung durch Darstellung von Emotionen im Bildobjekt oder durch Gestaltungsmittel (u. a. Farbwirkung).

    In diesem Sinne äußert sich W. Kandinsky zur Farbe Blau (vgl. Abb. 32): Je tiefer das Blau wird, desto tiefer ruft es den Menschen in das Unendliche, weckt in ihm die Sehnsucht nach Reinem und schließlich Übersinnlichen.

Wissensprodukte

Wissensarbeit hat ein sichtbares Ergebnis: Wissensprodukte. Der Weg dorthin ist durch zwei Prinzipien gekennzeichnet:

  • Anwendung der Leitideen der Nachhaltigkeit auf Texte/Bilder (Konsistenz, Kohärenz, Zukunftsfähigkeit durch Anschlussfähigkeit)
  • Theoretische Grundlagen für Analyse und Produktion (Eisbergmodell mit Oberfläche und Tiefe)


Die Tätigkeiten (Prozesse) und Ergebnisse (Text- und Bildzustände)

Was aus Texten und/oder Bildern analysiert wird (Textarbeit, Bildarbeit), erscheint in grafischen Darstellungen als lesbare und weiter verwendbare Wissensrepräsentationen (Abb. 33).

In der umgekehrten Richtung der Produktion gibt es zwei Vorgehensweisen, je nachdem ob es sich um eine Neu-Produktion handelt (Abb. 34) oder um eine Bearbeitung (Re-Produktion, Abb. 35).

Im Zentrum von Analyse und Produktion bzw. Re-Produktion steht die Ebene der thematischen Struktur (Strukturbeispiel Abb. 36).

Beispiele für Wissensrepräsentationen sind in Abb. 37 (einfach) und Abb. 38 (komplex) abgebildet.